Kernaussagen
- Die Befunde zum altersgerechten Wohnen bei Menschen ab 65 Jahren zeigen 2023 ein ambivalentes Bild: Die Infrastruktur im Wohnumfeld wurde von vielen älteren Menschen als ausreichend bewertet. Gleichzeitig bestanden erhebliche Defizite bei der Barrierefreiheit der Wohnung und beim Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum.
- Vollständig barrierefreie Wohnungen waren bei älteren Menschen sehr selten. Nur 5,6 Prozent der Personen ab 65 Jahren lebten in einer Wohnung, die alle hier verwendeten Kriterien der Barrierefreiheit erfüllte: stufenloser Zugang zur Wohnung und zu den Zimmern, barrierefreier Zugang zu den Sanitärräumen und bodengleiche Dusche.
- Nur etwa ein Fünftel der Menschen ab 65 Jahren konnten ihre Wohnung und die Zimmer erreichen, ohne Stufen überwinden zu müssen. Männer, Personen in Wohneigentum sowie funktional nicht eingeschränkte Personen lebten besonders selten in einer Wohnung mit stufenlosem Zugang.
- Die große Mehrheit der älteren Menschen bewertete die Versorgung im Wohnumfeld positiv. 76,6 Prozent der Personen ab 65 Jahren gaben an, dass genügend Einkaufsmöglichkeiten vorhanden waren; 78,5 Prozent bewerteten die ärztliche und pharmazeutische Versorgung als ausreichend.
- Die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr wurde ebenfalls mehrheitlich positiv bewertet. 69,3 Prozent der Personen ab 65 Jahren schätzten ihr Wohnumfeld als gut an den ÖPNV angebunden ein; bei den Hochaltrigen waren es 70,9 Prozent. Besonders positiv fiel die Bewertung in Großstädten aus.
- Mehr als ein Drittel der Menschen ab 65 Jahren fühlte sich 2023 nach Anbruch der Dunkelheit im Wohnumfeld nicht sicher. Bei Frauen traf dies auf fast die Hälfte zu, doppelt so oft wie bei Männern. Auch armutsgefährdete Personen, Personen, die zur Miete wohnten und diejenigen mit gesundheitlichen Einschränkungen gaben häufiger Unsicherheitsgefühle an.