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Historische Unterschiede des subjektiven Wohlbefindens beim Übergang in den Ruhestand

Gibt es historische Unterschiede des subjektiven Wohlbefindens - in der Lebenszufriedenheit und dem positiven Affekt - beim Übergang in den Ruhestand in der jüngeren Vergangenheit? Dieser Frage gingen Georg Henning und Oliver Huxhold vom Deutschen Zentrum für Altersfragen und Dikla Segel-Karpas von der Universität Haifa sowie Andreas Stenling von den Universitäten Umea und Agder nach. Sie verglichen auf der Basis verschiedener Befragungswellen des Deutschen Alterssurveys drei Gruppen von Personen, die zu verschiedenen Zeitpunkten in den Ruhestand wechselten. Die Ergebnisse zeigen, dass der historische Kontext eine Rolle beim Übergang in den Ruhestand spielt und es hilfreich ist, zwischen kognitiv-evaluativen und affektiven Komponenten des Wohlbefindens zu unterscheiden.

Henning, G., Segel-Karpas, D., Stenling, A., & Huxhold, O. (2022). Subjective well-being across the retirement transition—Historical differences and the role of perceived control. Psychology and Aging, 37(3), 388–400.

 

Die Studie bezog Personen ein, die zwischen 1996 und 2002, zwischen 2002 und 2008,  oder zwischen 2008 und 2014 in den Ruhestand – definiert über den Bezug einer Rente – wechselten. Die Lebenszufriedenheit und der positive Affekt wurden anhand von Standardskalen jeweils bei der Erstbefragung und in einer Folgebefragung sechs Jahre später erhoben. Das Kontrollerleben wurde bei der jeweiligen Erstbefragung erhoben.

Die Hauptbefunde:

  • Die in späteren Zeiträumen verrenteten Gruppen hatten höhere Ausgangswerte beim positiven Affekt als die zu früheren Zeitpunkten Verrenteten, es ließen sich also historische Verbesserungen in der Situation vor dem Ruhestand nachweisen.
  • Demgegenüber ließ sich für die zu früheren Zeitpunkten verrenteten Gruppen ein stärkerer Zuwachs an positivem Affekt während des Übergangs messen.
  • Es gab keine Unterschiede in der Lebenszufriedenheit zwischen den drei Gruppen, der Zeitraum des Ruhestandsübergangs spielte also keine Rolle.
  • Das Kontrollerleben der Befragten – die wahrgenommene Kontrolle als Prädiktor für das Wohlbefinden - zeigte keine Verbesserungen bei späteren Ruhestandszeiträumen.
  • Der Zusammenhang zwischen dem Kontrollerleben und dem positiven Affekt vergrößerte sich von der frühesten zur spätesten Verrentungsperiode.

Der Artikel ist online (kostenpflichtig) zugänglich:
Henning, G., Segel-Karpas, D., Stenling, A., & Huxhold, O. (2022). Subjective well-being across the retirement transition—Historical differences and the role of perceived control. Psychology and Aging, 37(3), 388–400. https://doi.org/10.1037/pag0000662


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