Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von Prof. Dr. Gerhard Naegele, der am 22. April 2026 verstorben ist.
Über viele Jahrzehnte hinweg prägte Gerhard Naegele die deutsche Altersforschung und wurde zu einer der zentralen Stimmen in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem demografischen Wandel. Der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler promovierte über soziale Ungleichheit im Alter und wurde 1992 Professor für Soziale Gerontologie an der Technischen Universität Dortmund; wo er bis 2016 als Direktor des Instituts für Gerontologie wirkte. Gerhard Naegele beschäftigte sich mit sozialer Sicherung im Alter, Pflege, älterer Arbeitnehmer*innen, Lebenslaufforschung und den Chancen eines aktiven, würdevollen Alterns. Sein wissenschaftliches Werk verband Forschung, Politikberatung und gesellschaftliche Verantwortung, so wurde er beispielsweise bereits 1984 in das Kuratorium Deutsche Altershilfe berufen und war Sachverständiger in der nordrhein-westfälischen Enquête-Kommission zur Zukunft der Pflege.
Die wissenschaftlichen Beiträge von Gerhard Naegele prägten die Altersforschung und somit auch die Arbeit des Deutschen Zentrums für Altersfragen (DZA). Als Mitglied der Sachverständigenkommissionen für den Fünften und Sechsten Altersbericht bereicherte er die Berichte zu Potenzialen des Alters in Wirtschaft und Gesellschaft (5. Altersbericht) sowie zu Altersbildern in der Gesellschaft (6. Altersbericht). Von 1999 an war Gerhard Naegele über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des DZA und gab wichtige Impulse für die Weiterentwicklung des Instituts.
Gerhard Naegele bleibt als herausragender und nahbarer Wissenschaftler in Erinnerung. Er verstand es, komplexe gesellschaftliche Entwicklungen verständlich zu machen und Altern als gesellschaftliche Aufgabe wie auch als Chance sichtbar zu machen. Sein wissenschaftliches Werk und sein Einsatz für eine solidarische, altersgerechte Gesellschaft werden fortwirken.
Unser tiefstes Mitgefühl gilt seiner Familie und allen, die ihm verbunden waren.