Neue Veröffentlichung |

Einstellungen zur Alterssicherung in der zweiten Lebenshälfte: Hohe Zustimmung zu Gleichheit und Äquivalenzprinzip

Dieses DZA Aktuell stellt Ergebnisse der Altersgruppe 43 bis 90 Jahren zur Altersvorsorge vor.

J. Simonson, O. Platt, M. Weinhardt (2026). Einstellungen zur Alterssicherung in der zweiten Lebenshälfte: Hohe Zustimmung zu Gleichheit und Äquivalenzprinzip. [DZA Aktuell 02/2026]. Berlin: Deutsches Zentrum für Altersfragen. https://doi.org/10.60922/f4gt-q477

 

Kernaussagen

  • Pessimistische Einstellungen hinsichtlich der Altersvorsorge sind bei Menschen in der zweiten Lebenshälfte eher gering ausgeprägt. Die meisten Menschen gehen davon aus, dass es sich lohnt, für das Alter vorzusorgen.
  • Menschen in der zweiten Lebenshälfte befürworten die Aussage, dass der Staat für eine größere Gleichheit der Alterseinkommen sorgen sollte, besonders stark. Sie unterstützen aber ebenfalls das Äquivalenzprinzip, wonach ein höheres Einkommen zu einer höheren Rente führt. Etwas niedriger ist die Zustimmung zur Aussage, dass man selbst die Verantwortung für die Versorgung im Alter tragen soll (Prinzip der Eigenverantwortung), was wiederum deutlich stärker befürwortet wird als die Aussage, dass die gesetzliche Rente lediglich den Grundbedarf sichern soll.
  • Personen im höheren Rentenalter (76 Jahre und älter) vertreten stärker als Jüngere die Auffassung, die Altersvorsorge solle in der Eigenverantwortung der Individuen liegen und der Staat sollte nur den Grundbedarf sichern. Personen im späten Erwerbsalter bzw. im Rentenübergang (56- bis 65 Jahre) stimmen am seltensten dem Prinzip der Grundbedarfssicherung zu.
  • Die Geschlechterunterschiede hinsichtlich der Einstellungen zur Altersvorsorge sind insgesamt gering. Frauen befürworten jedoch das Gleichheitsprinzip stärker als Männer, bewerten das Äquivalenzprinzip als etwas weniger gerecht und haben etwas pessimistischere Einstellungen gegenüber der Altersvorsorge als Männer.
  • Armutsgefährdete Personen befürworten stärker als andere Einkommensgruppen sowohl mehr Einkommensgleichheit als auch das Prinzip der Grundbedarfssicherung. Sie stimmen dem Prinzip der Eigenverantwortung am wenigsten zu, bewerten das Äquivalenzprinzip weniger als gerecht und haben im Vergleich zu anderen Einkommensgruppen die pessimistischste Einschätzung hinsichtlich der Altersvorsorge. Die Einstellungen von Personen mit hohen Einkommen verhalten sich gegenläufig dazu; Personen mit mittleren Einkommen bewegen sich dazwischen.
  • Personen mit höherer Bildung stimmen dem Prinzip der Gleichheit etwas weniger zu als andere Bildungsgruppen. Vorsorgepessimistische Einstellungen sind am stärksten bei Personen mit niedriger Bildung ausgeprägt und am schwächsten bei Personen mit hoher Bildung.
  • Die Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland sind hinsichtlich der Altersvorsorgeeinstellungen insgesamt eher gering. Personen in Ostdeutschland befürworten allerdings das Prinzip der Eigenverantwortung weniger stark und haben etwas pessimistischere Einstellungen hinsichtlich der Altersvorsorge als Menschen in Westdeutschland


Zurück