12.02.2015

Engagement als Freizeitpraxis. Eine Perspektive auf Engagement jenseits altruistischer Arbeit

Prof. Dr. Jochen Roose
Universität Wroclaw

In große Teile der Engagementforschung gehen explizit oder implizit zwei
Grundannahmen ein. Die erste Annahme ist, dass Engagement zu wesentlichen
Teilen altruistisch ist. Sie dient demnach nicht nur dem Allgemeinwohl ,
sondern ist auch in dieser Weise intendiert. Die zweite Annahme ist, dass
es sich um eine Art von Arbeit handelt. Die Engagierten investieren
Aufwand und die Tatsache der Nicht-Bezahlung eröffnet die Suche nach
anderen Gegenleistungen oder einer starken Motivation für diese „Gabe“.
Dieser verbreiteten Sichtweise stelle ich ein Konzept von Engagement als
Freizeitpraxis entgegen. Als eine Praxis ist das jeweilige Engagement eine
Tätigkeit, die eingeübt wird und dann selbstverständlich ist.
Wahrscheinlich sind dann solche Aktivitäten, die bekannt und vertraut
sind. Als Freizeit unterliegt das jeweilige Engagement nicht der Logik von
Leistung und Gegenleistung, sondern es geht um ein Gefallen an der
Tätigkeit an sich. Aus dieser Perspektive ändern sich Untersuchungsfragen
und Interpretationen von Befunden. Es ergibt sich auch der Bedarf an etwas
anderen empirischen Informationen.

 


Präsentation

Adresse

Deutsches Zentrum für Altersfragen (DZA)
Raum 313
Manfred-von-Richthofen-Straße 2
12101 Berlin
Deutschland

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