10.04.2014

Doppelt defizitär? Schrumpfung und Alterung in ländlichen Räumen

Dr. Annett Steinführer
Johann Heinrich von Thünen-Institut, Braunschweig

Dass Regionen und Kommunen an jüngerer Bevölkerung verlieren und in Überlagerung mit der weiter steigenden Lebenserwartung völlig neue Alterungsmuster aufweisen, ist mittlerweile weit akzeptiert. Unter dem Schlagwort des demographischen Wandels werden in diesem Zusammenhang vor allem strukturschwache ländliche Räume als Problemregionen wahrgenommen. Typischerweise gelten ältere Menschen dort als die überwiegende, zugleich zurückgelassene und über nur begrenzte Anpassungskapazitäten verfügende Bevölkerungsgruppe.
Nach einer Einordnung des Problems der Schrumpfung in die Gesamtentwicklung ländlicher Räume in Deutschland wirft der Vortrag einen genaueren Blick auf eine der am stärksten alternden ländlichen Regionen Deutschlands und stellt Anpassungs- und Bewältigungsstrategien unterschiedlicher Akteure vor. Die Ergebnisse zeigen, dass Anpassung individuelle (aktive und passive) sowie institutionelle Komponenten aufweist, doch sind letztere in der Praxis nur schwach ausgeprägt. Für ein tieferes Verständnis von Möglichkeiten und Grenzen der Anpassung älterer Menschen an veränderte soziale Netzwerke und die Ausdünnung der lokalen Daseinsvorsorge wird abschließend der Wunsch nach einer besseren Zusammenarbeit zwischen raumwissenschaftlicher und gerontologischer Forschung formuliert.

 


Präsentation

Adresse

Deutsches Zentrum für Altersfragen (DZA)
Raum 313
Manfred-von-Richthofen-Straße 2
12101 Berlin
Deutschland

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