25.04.2013

Erwerbsminderungsrenten: Wiederkehr eines (fast vergessenen) sozialen Problems

Prof. Dr. Gerhard Bäcker
Universität Duisburg-Essen

Die Erwerbsminderungsrente gerät zunehmend ins Zentrum der sozialpolitischen Aufmerksamkeit: Der über viele Jahre hinweg sinkende Anteil der Erwerbsminderungsrenten an den Rentenzugängen hat sich umgekehrt, ein Wiederanstieg ist erkennbar. Angesichts der (weitgehenden) Abschaffung vorgezogener Altersrenten und der Heraufsetzung der Regelaltersgrenze dürfte dieser Trend anhalten. Zugleich zeigen die Befunde, dass die Zahlbeträge bei den Erwerbsminderungsrenten seit Jahren sinken. Es ist abzusehen, dass das Risiko der Altersarmut im besonderen Maße die Erwerbsminderungsrentner betrifft. Schon jetzt stellen Erwerbsgeminderte nahezu die Hälfte der Empfänger von Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung. Bei der Suche nach den Ursachen für diese Problematik muss sich der Blick zum einen auf die Leistungseinschnitte im Rentenrecht richten (Niveauabsenkung, Rentenabschläge auch für Erwerbsminderungsrentner), zum anderen lässt sich aber auch erkennen, dass sich die Erwerbsbiografien von EM-Rentner als risikoträchtig erweisen. So erfolgt der EM-Rentenzugang zunehmend aus dem Status der (Langzeit)Arbeitslosigkeit heraus.

Die Reformnotwendigkeiten beziehen sich sowohl auf präventive Ansätze als auch auf eher kurzfristig wirkende Maßnahmen im EM-Rentenrecht (Zurechnungszeiten, Abschläge, Höherwertung, Niveausicherung).


Präsentation

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Deutsches Zentrum für Altersfragen
Raum 313
Manfred-von-Richthofen-Straße 2
12101 Berlin
Deutschland

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