Ulrike Ehrlich erhält Best Paper Award der Deutschen Gesellschaft für Demographie (DGD)

Wie wirkt sich familiäre Pflege auf das individuelle Einkommen aus? Führt familiäre Pflege zu Lohneinbußen? Und wenn ja, sind Frauen davon stärker betroffen als Männer? Diesen Fragen geht Ulrike Ehrlich vom Deutschen Zentrum für Altersfragen, Berlin gemeinsam mit Lara Minkus und Moritz Heß vom SOCIUM, Bremen nach. Der in der Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie unter dem Titel „Einkommensrisiko Pflege? Der Zusammenhang von familiärer Pflege und Lohn“ veröffentlichte Beitrag, wurde nun von der Deutschen Gesellschaft für Demographie mit dem Best Paper Award 2020 für junge Nachwuchswissenschaftler*innen ausgezeichnet.

Zum Artikel: https://link.springer.com/article/10.1007/s00391-019-01666-5

Zusammenfassung

Vor dem Hintergrund der demografischen Alterung wird der Bedarf an professioneller und privater Pflege zukünftig steigen. Aus Gründen der Kostendämmung verlagern viele Wohlfahrtsstaaten Pflege in die Familie, sodass die Zahl Pflegender, die Pflegebedürftige zu Hause privat und unentgeltlich betreuen („familiäre Pflege“ im Folgenden), voraussichtlich zunehmen wird. Weiterhin ziehen viele Pflegebedürftige die familiäre Pflege der institutionellen vor. Bisher stellen die Folgen der familiären Pflege für die Arbeitsmarktsituation der Pflegenden im Allgemeinen und den individuellen Lohn im Speziellen jedoch weitestgehend ein Forschungsdesiderat dar.

In diesem Beitrag wird untersucht, ob, und wenn ja in welchem Ausmaß, sich familiäre Pflege auf die Löhne von Frauen und Männern auswirkt. Mit Daten des Sozio-oekonomischen Panels (2001–2017) wurden für Frauen und Männer getrennte Fixed-Effects-Regressionen geschätzt; dabei erfolgte die Kontrolle auf relevante Störfaktoren.

Die vorliegenden Ergebnisse deuten darauf hin, dass erhebliche unerklärte pflegebedingte Lohneinbußen für Männer und Frauen, nach Kontrolle relevanter Merkmale, bestehen.