„Ältere Menschen und Digitalisierung" - mit diesem Thema greift der Achte Altersbericht Entwicklungen auf, die aktuell die Gesellschaft in vielfältiger Weise und in ganz unterschiedlichen Bereichen verändern. Die zunehmenden Technisierungs- und Digitalisierungsprozesse betreffen dabei auch die Lebenswelten älterer Menschen: Wenn es darum geht, im Alter selbstbestimmt zu leben und an der Gesellschaft teilzuhaben, dann spielt seit einigen Jahren der Einsatz technischer Produkte und Anwendungen eine immer stärkere Rolle.

Technische Geräte und digitale Anwendungen haben das Potenzial, alltägliche Aufgaben so zu erleichtern, dass sie auch bei körperlichen oder geistigen Einschränkungen noch selbständig verrichtet werden können. Es gibt aber auch andere Gründe, auf Digitalisierung zu setzen: Sie ist ein Treiber für Forschung und technologische Entwicklungen; die entsprechenden Produkte und Dienstleistungen sind Wirtschaftsfaktoren mit erheblichem Potenzial; in Medizin und Pflege erhofft man sich von technischen und digitalen Anwendungen Entlastung und Unterstützung des Fachpersonals sowie möglicherweise auch ein Potenzial für Kostensenkungen.

Vor dem Hintergrund dieser verschiedenen Dynamiken und Interessen ist es für die Seniorenpolitik wichtig zu wissen, inwiefern die Technisierung und Digitalisierung die älteren Menschen tatsächlich darin unterstützt, selbstbestimmt zu leben und an der Gesellschaft teilzuhaben. Die Sachverständigenkommission zur Erstellung des Achten Altersberichts der Bundesregierung soll deshalb in ihrem Bericht herausarbeiten, welchen Beitrag Technik und Digitalisierung zu einem guten Leben im Alter leistet und leisten kann.

Das Augenmerk wird dabei gerichtet sein auf Aspekte der sozialen Teilhabe, der Gestaltung von sozialen Beziehungen im Alter, auf die Quartiers- und Sozialraumentwicklung und die Gestaltung von Hilfestrukturen wie auch auf Mobilität und das Wohnen im Alter. Es stellen sich Fragen nach dem tatsächlichen Mehrwert unterschiedlicher technischer und digitaler Anwendungen für ältere Menschen und nach den Voraussetzungen und Barrieren des Einsatzes unterschiedlicher Technologien. Ebenso ist es von großer Bedeutung, ethische und rechtliche Grenzen für den Einsatz von Technologien auszuleuchten, gerade wenn es um besonders sensible Einsatzbereiche von Technik und Digitalisierung geht, etwa in der pflegerischen und in der gesundheitlichen Versorgung. Auch Aspekte des Datenschutzes und der informationellen Selbstbestimmung spielen hier eine zentrale Rolle. Bei allen Überlegungen sind zudem die sehr unterschiedlichen Lebenslagen älterer Menschen zu beachten; ebenso ist es nötig, auf die Altersbilder zu blicken, die in den Debatten zum Thema Alter und Digitalisierung und in der Entwicklung altersbezogener technologischer Produkte aufscheinen. Nicht zuletzt wird es auch wichtig sein, die intendierten und unintendierten gesellschaftlichen und sozialen Folgen einer Digitalisierung und Technisierung des Alltags (im Alter) zu reflektieren.

Die Altersberichtskommission soll aus der Bearbeitung dieser Fragestellungen möglichst konkrete Empfehlungen ableiten. Bei der Erstellung des Berichts ist die Kommission als unabhängiges Sachverständigengremium autonom. Sie erstellt den Bericht in eigener Verantwortung und ist an keine Weisungen gebunden.