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09.02.2012

Wirksamkeit von Interventionen zur Verbesserung des Befindens und der psychischen Gesundheit im Alter

Prof. Dr. Martin Pinquart
Philipps Universität Marburg

In den letzten Jahren ist eine deutliche Zunahme von Studien zur Wirksamkeit von psychotherapeutischen und psychosozialen Interventionen mit älteren Menschen zu verzeichnen. Allerdings ist deren Befundlage oftmals nicht konsistent, da sich die Merkmale der Teilnehmer und der Intervention oft deutlich unterscheiden und die statistische Signifikanz der Interventionseffekte in starkem Maße von der (oftmals kleinen) Stichprobengröße abhängt. Zudem ist es bei manchen Fragestellungen inzwischen schwierig und sehr aufwändig, alle relevanten Studien zu finden und – im Falle von fremdsprachigen Artikeln - zu lesen. Aus diesem Grund bilden Meta-Analysen einen wichtigen Weg, um die Befunde vorliegender Interventionsstudien zu integrieren.

Am Anfang des Vortrags wird ein kurzer Überblick über die Methode der Meta-Analyse gegeben. Im Anschluss werden die Ergebnisse der im letzten Jahrzehnt durchgeführten Meta-Analysen zur Wirksamkeit von psychosozialen und psychotherapeutischen Interventionen mit älteren Menschen diskutiert (z.B. zur Therapie von Depression und Angststörungen, von Lebensrückblick/Life-Review, zur Intervention bei pflegenden Angehörigen und bei Trauernden). Neben der durchschnittlichen Wirksamkeit der Interventionen und der Frage, welche Interventionsform vergleichsweise eine höhere Wirksamkeit aufweist, wird im Vortrag thematisiert, ob die Wirksamkeit von Interventionen in Abhängigkeit vom Alter der Teilnehmer variiert. Ebenso wird analysiert, ob die vorliegenden publizierten Interventionsstudien die Wirkung von Interventionen überschätzen, weil wirkungslose Interventionen oft unveröffentlicht bleiben. Angesichts der zunehmenden Zahl von Meta-Analysen wird auch untersucht, ob verschiedene zur gleichen Fragestellung durchgeführte Meta-Analysen zu den gleichen Ergebnissen kommen oder ob eine selektive und ggf. verzerrte Auswahl von Studien zu unterschiedlichen Ergebnissen der vorliegenden Meta-Analysen führt (Qualitätssicherung von Meta-Analysen).

Weiterhin wird diskutiert, wie weit Meta-Analysen zur vergleichenden Wirksamkeit von Interventionen die klinische Praxis im Bereich der Gerontologie und Gerontopsychiatrie beeinflussen. Abschließend wird gefragt, zu welchen Aspekten von Interventionen dringend weitere Forschung notwendig ist.

Präsentation

 

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