28.07.2017

Freunde werden im Alter wichtiger

Anlässlich des Internationalen Tags der Freundschaft am 30.07.2017

Angesichts eines wachsenden Anteils kinderloser und geschiedener Menschen wird die soziale Einbettung älterer Menschen häufig mit Sorge betrachtet. Studien des Deutschen Zentrums für Altersfragen (DZA) zeigen jedoch, dass übertriebene Besorgnis in dieser Hinsicht unbegründet ist. So konnten DZA-Forscher zeigen, dass in den letzten zwei Jahrzehnten zunehmend mehr Menschen nicht nur Kinder und Partner, sondern auch Freunde zu ihren engsten und wichtigsten Beziehungen zählen. Immer häufiger wenden sich ältere Menschen an Freunde, wenn sie einen guten Rat brauchen oder getröstet werden wollen. Hinzu kommt: Im höheren Alter werden immer mehr Freizeitaktivitäten mit Freunden und nicht nur mit Familienmitgliedern unternommen. Deutlich zeigen sich dabei positive Auswirkungen von Aktivitäten mit Freunden. Oliver Huxhold, einer der Autoren der Studie, erläutert: "Zeit mit Freunden zu verbringen und gemeinsam mit Freunden aktiv zu sein, hilft das emotionale Wohlbefinden im Alter aufrechtzuerhalten."

Datengrundlage

Die Ergebnisse beruhen auf dem Deutschen Alterssurvey (DEAS), einer bundesweit repräsentativen Studie zu Personen ab dem 40. Lebensjahr. Sie wird seit 1996 unter wissenschaftlicher Leitung des Deutschen Zentrums für Altersfragen (DZA) durchgeführt. Die veröffentlichten Befunde basieren auf Befragungen der 40- bis 85-jährigen Wohnbevölkerung Deutschlands in den Jahren 2008 und 2014. Gefördert wird die Studie durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).

Diese und weitere Befunde finden Sie in Altern im Wandel. Zwei Jahrzehnte Deutscher Alterssurvey (DEAS), herausgegeben von Katharina Mahne, Julia K. Wolff, Julia Simonson und Clemens Tesch-Römer, unter https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-12502-8

Die Befunde zu den Auswirkungen von Aktivitäten mit Freunden auf das Wohlbefinden sind nachzulesen in Oliver Huxhold, Martina Miche & Benjamin Schüz (2013): Benefits of Having Friends in Older Ages: Differential Effects of Informal Social Activities on Well-Being in Middle-Aged and Older Adults. Journals of Gerontology, Series B: Psychological Sciences, 69(3), 366-375.


27.04.2017

Hohe Jobzufriedenheit trotz steigender Belastungen bei älteren Arbeitskräften

Im Zuge der demografischen Entwicklung und der Anhebung des Renteneintrittsalters steigt der Anteil älterer Arbeitskräfte. Zugleich ändern sich durch den technologischen Wandel und die Flexibilisierung der Arbeitswelt die Anforderungen und Arbeitsformen rasant. Wie erleben die älteren Erwerbstätigen ihre Arbeitssituation? Ergebnisse des Deutschen Alterssurveys geben dazu anlässlich des Tags der Arbeit interessante Antworten.

In der deutschlandweiten Befragung des Deutschen Zentrums für Alterfragen aus dem Jahr 2014 äußerten mehr als vier Fünftel der 55- bis 65-jährigen Erwerbstätigen eine hohe Arbeitszufriedenheit. Im Vergleich zu früheren Jahren gab es keinen Rückgang der Arbeitszufriedenheit. Wie schon in den Jahren 2002 und 2008 sind auch im Jahr 2014 rund 85 Prozent der älteren Arbeitskräfte mit ihrer beruflichen Situation zufrieden oder sehr zufrieden.

Dies überrascht etwas, da im selben Zeitraum die empfundenen Arbeitsbelastungen spürbar zugenommen haben. So fühlt sich im Jahr 2014 nahezu ein Drittel (34 %) der 55- bis 65-jährigen Erwerbstätigen stark belastet von körperlich anstrengenden oder einseitigen Arbeitsanforderungen. Im Jahr 2002 war es nur ein Viertel (26 Prozent). Auch die Stressbelastung ist hoch. Fast die Hälfte (48 Prozent) der älteren Arbeitskräfte ist ziemlich oder sehr belastet durch starken Arbeits- oder Termindruck und nervliche Anspannungen.

Offenbar gelingt es den älteren Arbeitskräften bislang jedoch mehrheitlich, mit den gestiegenen Anforderungen und Belastungen umzugehen und sich die Zufriedenheit mit dem Job zu bewahren. Dennoch zeigen die Befunde, dass mehr Anstrengungen unternommen werden müssen, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern und die Belastungen älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu reduzieren. Durch bessere Bedingungen für ein alternsgerechtes Arbeiten kann ein längerer Verbleib im Erwerbsleben nachhaltig gestützt werden.

Datengrundlage Der Deutsche Alterssurvey (DEAS) ist eine vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) geförderte Langzeitstudie des Deutschen Zentrums für Altersfragen (DZA) zum Wandel der Lebenssituationen und Alternsverläufe von Menschen, die sich in der zweiten Lebenshälfte befinden. Grundlage sind bundesweit repräsentative Befragungen im Quer- und Längsschnitt von jeweils mehreren Tausend Personen im Alter ab 40 Jahren. Das interdisziplinär angelegte Surveyprogramm DEAS enthält umfassende Informationen zur sozialen, wirtschaftlichen und gesundheitlichen Lebenssituation sowie zu subjektiven Sichtweisen und Lebenspläne älter werdender und alter Menschen in Deutschland. Weitere Befunde finden Sie in: Altern im Wandel. Zwei Jahrzehnte Deutscher Alterssurvey (DEAS), herausgegeben von Katharina Mahne, Julia K. Wolff, Julia Simonson und Clemens Tesch-Römer, unter http://link.springer.com/book/10.1007%2F978-3-658-12502-8

 

20.03.2017

Ältere bewerten ihr Wohnumfeld und ihre Nachbarschaftsbeziehungen positiv

Für die meisten Menschen bedeutet ein gutes Leben im Alter, dass sie solange wie möglich selbstständig in der eigenen Wohnung und der vertrauten Umgebung leben können. Ob sich dieser Wunsch verwirklichen lässt, hängt nicht nur davon ab, wie die eigene Wohnung ausgestattet ist, sondern ganz entscheidend auch vom Wohnumfeld. Dazu gehört die Versorgung mit Ärzten genauso wie die Zufriedenheit mit dem öffentlichen Nahverkehr oder das Verhältnis zu den Nachbarn. Der aktuelle Report Altersdaten beleuchtet diese Themen unter Verwendung von Daten des Deutschen Alterssurveys (DEAS) und betrachtet dabei die Gruppe der 40- bis 85-Jährigen, also Menschen im mittleren und höheren Lebensalter.

Viele 40- bis 85-Jährige sind mit der Versorgung in ihrem Umfeld zufrieden

Mehr als 40 Prozent dieser Altersgruppe sind der Ansicht, dass das Angebot an Einkaufsmöglichkeiten ausreichend sei und nur 6 Prozent sehen sich unzureichend mit Ärzten und Apotheken im Wohnumfeld versorgt. Jeder Dritte ist mit der Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr zufrieden.

Begegnungsstätten und Mehrgenerationenhäuser als Treffpunkte für Seniorinnen und Senioren

Die bekanntesten und am häufigsten genutzten seniorenspezifischen Angebote am Wohnort sind die Begegnungsstätten für Seniorinnen und Senioren und Mehrgenerationenhäuser. Knapp drei Viertel der 40- bis 85-Jährigen kennen ein solches Angebot und 9 Prozent nutzen dieses auch. Kleine

Hilfen unter Nachbarn sind beliebt

Die meisten 40- bis 85-Jährigen können auf Hilfe aus der Nachbarschaft zurückgreifen, wenn es um kleine Hilfeleistungen und Gefälligkeiten geht: 88,9 Prozent der Befragten geben an, zwei oder mehr Nachbarinnen oder Nachbarn um eine Gefälligkeit bitten zu können. Allerdings haben Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind und daher besonders auf solche Unterstützung angewiesen sind, deutlich seltener Menschen in ihrer Nachbarschaft, die sie um einen Gefallen bitten können.

Weitere Ergebnisse zum Thema finden Sie im aktuellen Report Altersdaten „Wohnumfeld und Nachbarschaftsbeziehungen in der zweiten Lebenshälfte“, der zum kostenlosen Download bereit steht unter:
https://www.dza.de/fileadmin/dza/pdf/Report_Altersdaten_Heft_1_2017.pdf

Weitere Befunde aus dem Deutschen Alterssurvey, einer Studie, die alle drei Jahre vom Deutschen Zentrum für Altersfragen durchgeführt und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wird, finden Sie unter https://www.deutscher-alterssurvey.de

 

15.02.2017

DZA beteiligt sich an Internetportal demowanda.de zum demografischen Wandel in der Arbeitswelt

Schon heute lässt der demografische Wandel die Erwerbsbevölkerung älter werden. In Zukunft wird auch die Zahl der Arbeitskräfte abnehmen. Um darzustellen, welche demografischen und gesellschaftlichen Entwicklungen die Arbeitswelt von morgen beeinflussen, entwickelten sechs Ressortforschungseinrichtungen des Bundes, darunter das Deutsche Zentrum für Altersfragen (DZA), das gemeinsame Internetportal demowanda.de. Im Rahmen der gemeinsamen Arbeitsweltberichterstattung soll das Portal die Öffentlichkeit informieren und der Politik als Beratungsinstrument dienen.

Mit ressortübergreifenden Fachinformationen gibt demowanda.de einen Überblick über aktuelle Entwicklungen in verschiedenen Lebensbereichen, die die Arbeitswelt beeinflussen. Das Portal gliedert sich in die sechs Themenbereiche "Bevölkerung", "Bildung", "Arbeitsmarkt", "Arbeitsbedingungen", "Gesundheit" und "Arbeit im Alter". Sie sollen den arbeitsweltbezogenen Kontext des demografischen Wandels in seiner Komplexität deutlich machen. Es bietet damit aktuelle und übersichtlich aufbereitete Informationen, weiterführende Literaturhinweise, Grafiken und Kontaktadressen und richtet sich an Interessenten aus Wissenschaft, Medien und Politik sowie der breiten Öffentlichkeit. Akteure aus Politik und Praxis finden hier differenzierte Hintergrundinformationen, um die Rahmenbedingungen gesunder und produktiver Arbeit anzupassen und weiterzuentwickeln.

So zeigen etwa die Ergebnisse des vom DZA durchgeführten Deutschen Alterssurveys einen wachsenden Anteil an Personen, die im Ruhestand erwerbstätig sind. Waren es im Jahr 2002 etwa 6 Prozent, kletterte ihr Anteil im Jahr 2014 auf rund 12 Prozent. Höher Qualifizierte sind dabei doppelt so häufig wie gering Qualifizierte trotz Bezugs einer Altersrente oder Pension weiterhin erwerbstätig.

Unter der Federführung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) ermöglichen das Deutsche Zentrum für Altersfragen (DZA), das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB), das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und das Robert Koch-Institut (RKI) mit dem Internetportal demowanda einen leichten Zugang zu empirisch gesichertem Wissen verschiedener Forschungsgebiete im Themenfeld ‚Demografischer Wandel und Arbeitswelt'.

Das Portal "demowanda. Demografischer Wandel in der Arbeitswelt - ein fachübergreifendes Monitoring" gibt es im Internet unter der Adresse www.demowanda.de.

Pressemitteilungen aus 2016